Das rote Sofa

In diesem Monat zu Gast auf „Dem roten Sofa“: Die Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Anke Feller

Anke Feller zu Gast auf „Dem roten Sofa“

Herzlich willkommen auf „Dem roten Sofa“! Seit einigen Jahren begleiten Sie „Rote Karte dem Schlaganfall“ nun schon als Moderatorin der Pressekonferenzen. Vor Ihrer Arbeit als Moderatorin waren Sie Leichtathletin – und Weltmeisterin! – und haben sportliche Höchstleistungen erbracht. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Die 15 Jahre Leistungssport waren eine sehr intensive Zeit: Ich habe mich ganz auf den Leistungssport fokussiert, sodass häufig private Termine am Wochenende auf der Strecke bleiben mussten. Zur Saisonvorbereitung war ich oft zwei oder drei Wochen in Trainingslagern.

Nicht weniger spannend wurde es, als ich parallel angefangen habe, beim WDR Fernsehen und Radio Leverkusen zu arbeiten. Zu dieser Zeit musste ich schauen, wie sich die sportliche und berufliche Karriere miteinander vereinbaren lassen. Bei Radio Leverkusen moderierte ich die Frühsendung – ich bin morgens um vier Uhr aufgestanden und habe von sechs bis neun Uhr meine Sendung gemacht. Danach bin ich bis mittags um zwölf oder dreizehn Uhr in der Redaktion geblieben, um die Sendung für den nächsten Tag vorzubereiten. Nachmittags stand ich dann wieder auf der Sportanlage, um zu trainieren. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker wieder um vier Uhr.

In dieser Zeit profitierte ich vom Leistungssport, durch den ich gelernt habe mich zu fokussieren und abzuwägen, was gerade wichtig ist und worauf ich mich konzentrieren muss. Natürlich ist auch Disziplin, Pünktlichkeit und Fleiß sehr wichtig. Von nichts kommt nichts.

In der Prävention von Schlaganfall und Vorhofflimmern spielt Bewegung eine wichtige Rolle: Jeder sollte regelmäßig moderater Bewegung nachgehen, um sein Risiko zu senken. Denn: Nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Belastung können der Gesundheit schaden. Haben Sie als Hochleistungssportlerin schon einmal Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht?

Bei der Prävention von Schlaganfall und Vorhofflimmern spielt Bewegung eine wichtige Rolle

Leider ja. Diese Erfahrung macht wahrscheinlich jeder Leistungssportler, der ehrgeizig ist und etwas erreichen möchte. In der Jugend hatte ich Ermüdungsbrüche im Fuß, die dann für sechs Wochen eingegipst wurden. Man lernt relativ schnell, dass es sinnvoller ist, eine Verletzung oder Überbelastung vorsichtig auszukurieren, bevor es nachher zu einer schwereren Verletzung kommt. In solchen Momenten habe ich genau in mich hineingehorcht, wie es mir geht. An diesem Punkt ist weniger mehr. Es gab einige Sportler, die aufgrund von Herz-Muskel-Entzündungen sportunfähig wurden. Damals habe ich mir zur Regel gemacht, mich bei einer Erkältung oder Grippe in jedem Fall von einem Kardiologen medizinisch durchchecken zu lassen, weil ich keine Spät- oder Folgeschäden haben wollte.

Denn: Der hoffentlich längere Teil des Lebens kommt erst nach dem Leistungssport. Und diesen wollte ich immer so gesund wie möglich erleben.

Wie schnell haben Sie nach einer Krankheitsphase Ihre ursprüngliche Leistung erreicht?

Zunächst braucht es erst einmal viel Zeit, um einen gewissen Leistungsstand überhaupt zu erreichen. Nach einer Grippe sind viele Wochen Aufbautraining notwendig, da Kondition, Schnelligkeit und Kraft schnell zurückgehen. Bei einem hohen Leistungsniveau bedeuten schon wenige Tage Erkrankung oder Verletzung sehr viel Zeit- und Leistungsverlust.

Gesundheitspflege ist aus diesem Grund das A und O. Wer vor wichtigen Qualifikationsterminen durch eine Erkältung oder einen Infekt ausgeschaltet ist, hat eventuell das ganze Jahr umsonst trainiert. Während der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sydney bin ich zum Beispiel an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt. Mein Körper war so geschlaucht, dass lange nicht an normales Training zu denken war, was mich letztendlich die Qualifikation für Sydney gekostet hat.

Wie halten Sie sich seit Ende Ihrer aktiven Karriere fit? Und haben Sie Tipps, wie auch Bewegungsmuffel mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen können?

Schlaganfallvorbeugung: Tipps für einen
aktiveren Alltag

Für mich ist Sport nach wie vor unheimlich wichtig. Ich sitze selber viel am Schreibtisch und bereite die Sendungen im Hörfunk vor. In solchen Momenten merke ich, wie es ist, wenn man nur vor dem Bildschirm sitzt. Dann brauche ich irgendwann eine Auszeit.

Und ich ziehe mir die Turnschuhe an und gehe im Wald laufen. Das hilft mir den Kopf frei zu bekommen. Außerdem versuche ich mich an feste Termine zu halten: Einmal in der Woche bin ich beim Yoga, an einem anderen Tag gehe ich ins Fitnesscenter und absolviere dort mein Krafttraining.

Zusätzlich versuche ich ein- bis zweimal die Woche laufen zu gehen. So komme ich auf drei- bis viermal Sport pro Woche. Das ist für mich als Ausgleich zur Arbeit sehr wichtig. Zudem ist der Sport eine gute Möglichkeit mich abzureagieren, wenn ich mich geärgert habe.

Ansonsten versuche ich auch Bewegung in den Alltag einzubauen: Ich fahre mit dem Fahrrad zum Einkaufen und nehme grundsätzlich nicht den Fahrstuhl oder die Rolltreppe, sondern benutze immer die Treppe. Fahre ich doch einmal mit dem Auto, parke ich auch schon mal weiter entfernt vom Eingang, um ein paar Extra-Schritte zu gehen. Es ist nun einmal so: Der Körper braucht Bewegung, damit er funktioniert.

Achten Sie auf Ihre Ernährung? Wenn ja, wie?

Glücklicherweise esse ich gerne gesunde Sachen wie Gemüse und verschiedene Salate, weshalb ich nicht zu sehr darauf zu achten brauche. Außerdem bin ich kein allzu großer Fleisch-Fan, möchte aber auch nicht ganz darauf verzichten. Mein Mann und mein Sohn essen beide beispielsweise wesentlich mehr und lieber Fleisch als ich.

Gibt es im Hause Feller ab und zu auch etwas Ungesundes?

Allerdings: Ich liebe Schokolade – in verschiedenen Sorten und am liebsten gut gekühlt. Natürlich enthält Schokolade viel Zucker, aber Schokolade ist für mich eine Nervennahrung. Chips, Lakritz oder Gummibärchen reizen mich hingegen gar nicht.

Vielen Dank, dass Sie auf „Dem roten Sofa“ Platz genommen haben. Bis zum nächsten Mal!

L.DE.COM.GM.06.2017.3924