Das rote Sofa

In diesem Monat zu Gast auf „Dem roten Sofa“: Die Vorhofflimmer-Patientin Frau Jeder

Die Vorhofflimmer-Patientin Frau Jeder zu Gast auf „dem roten Sofa“

Frau Jeder ist eine liebevolle Großmutter, spielt für ihr Leben gern Tennis, liebt die Gartenarbeit und reist in ihrer Freizeit um die Welt.

Außerdem leidet sie seit 12 Jahren an Vorhofflimmern. Im Interview zu Gast auf „Dem roten Sofa“ erzählt uns die 77-jährige von ihren Sorgen, wie sie mit der Erkrankung umgeht und welche Tipps sie für andere Betroffene hat.

Liebe Frau Jeder, zunächst einmal vielen Dank für Ihre Teilnahme. Sie leiden ja bereits seit 12 Jahren an Vorhofflimmern. Können Sie uns berichten, inwiefern sich die Erkrankung bei Ihnen bemerkbar gemacht hat?

Zu Beginn waren es immer nur kurze Phasen, in denen sich mein Herzschlag veränderte, und auch immer nur für einige Sekunden.

Wenn die Episoden vorkamen, merkte ich, dass mein Herz raste – als wenn ich gerade hinter einem Ball beim Tennis hinterhergejagt wäre. Das trat ganz plötzlich auf und hat mich gerade nachts oder wenn ich alleine zuhause war sehr beunruhigt. Ich habe dann immer ein großes Glas Sprudelwasser getrunken und versucht mich zu entspannen, meist hat sich mein Herz dann wieder beruhigt. Im Laufe der Zeit wurden die Vorhofflimmer-Episoden jedoch immer häufiger, sodass ich in ständiger Angst vor einer neuen Attacke lebte und meinen Alltag genau beobachtet habe, um herauszufinden, warum die Episoden immer wieder auftraten. Sport und Rasenmähen habe ich mich in dieser Zeit nicht mehr getraut, da ich nie wusste, wann mich mein Herzrasen wieder überrascht.

Wie haben Sie die ersten Wochen und Monate nach der Diagnose erlebt und wer war an Ihrer Seite?

Tennis - als Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern

uerst war es ein Schock. Vor allem, weil die Diagnose in der Notfallambulanz nach einer besonders schlimmen Episode mitgeteilt wurde. Der Arzt machte allerdings nicht viel Aufhebens darum – das hat mich sehr beruhigt. Schließlich ist die Erkrankung keine Seltenheit und mit einer entsprechenden Therapie kann man gut damit leben. Außerdem war ich erleichtert, dass eine Ursache gefunden wurde.

Der Umgang mit der Erkrankung war zu Beginn nicht besonders schwer für mich. Wichtig war für mich, dass mir genau erklärt wurde, was da in meinem Körper passiert und warum es so wichtig ist, regelmäßig meine Medikamente zu nehmen.

Denn jetzt musste ich daran denken, meine blutdrucksenkenden und gerinnungshemmenden Medikamente täglich einzunehmen. Meine beiden Töchter waren auch immer für mich da und mein Arzt hat meine Fragen beantwortet.  Ansonsten musste ich nicht viel ändern. Ich habe mich schon immer gesund ernährt und bewege mich zudem viel. Am liebsten spiele ich Tennis – das tut mir unheimlich gut!

Sie wissen ja sicher, dass mit der Erkrankung „Vorhofflimmern“ ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht. Welche Maßnahmen zur Prävention ergreifen Sie?

Gesunde Ernährung und Bewegung - das sind die Eckpfeiler eines gesunden Lebensstils

Ich habe Medikamente zur Blutdrucksenkung und Gerinnungshemmung eingenommen und weiß, dass ich dadurch mein Risiko senken kann.

Außerdem ist ein gesunder Lebensstil für mich besonders wichtig. Ich achte dabei auf eine ausgewogene Ernährung und bewege mich viel. Ich glaube, ausreichend Bewegung ist wichtig: Ich arbeite zum Beispiel viel im Garten, bin auf Reisen oder spaziere auch einfach gerne.

Was würden Sie anderen Betroffenen gerne mit auf den Weg geben?

Ich würde anderen Betroffenen vor allem eine Sache mit auf den Weg geben: an die regelmäßige Einnahme der Medikamente zu denken. Ich weiß, dass ich das gerade zu Beginn der Erkrankung nie ganz ernst genommen habe, da ich das Vorhofflimmern auch nur selten „gespürt“ habe. Irgendwie erscheint es dann nicht so wichtig, die Medikamente einzunehmen.

Und man sollte den Mut finden, seine Fragen zu stellen – egal wie unbedeutend sie erscheinen. Den richtigen Arzt erkennt man, wenn dieser sich Zeit nimmt, darauf einzugehen.

Auch ein gesunder Lebensstil ist wichtig. Das gilt nicht nur für Vorhofflimmer-Patienten, sondern auch für alle anderen. Vor allem die Bewegung hilft mir sehr: Durch sie fühle ich mich fit und gesund.

Vielen Dank, liebe Frau Jeder, dass Sie diese persönlichen Fragen so offen und ehrlich beantwortet haben!