Zu Gast auf „Dem roten Sofa“

Interview mit Schlaganfallpatientin Margret C.

Herzlich willkommen auf „Dem roten Sofa“! Vor etwa 17 Jahren stellte ein Schlaganfall Ihr Leben auf den Kopf. Können Sie uns kurz schildern, was damals geschah?

Margret C.

Ich wurde mitten in der Nacht wach und hatte furchtbare Kopfschmerzen. Da ich häufiger Migräne habe, vermutete ich einen Migräneanfall. Mein Mann hingegen dachte direkt an einen Schlaganfall und rief den Krankenwagen. In der Klinik wurde sein Verdacht bestätigt: Ein Blutgerinnsel verschloss eine Arterie in meinem Gehirn. Die Ärzte mussten meinen Schädel öffnen, um den Druck, der durch den Arterienverschluss entstand, zu reduzieren. Im Anschluss an die schwere Operation wurde ich für vier lange Wochen in ein künstliches Koma versetzt.

Wie haben Sie sich nach diesem Schicksalsschlag in ein selbstständiges Leben zurückgekämpft?

Ich habe nie aufgegeben und mir Stück für Stück einen normalen Alltag zurück erobert. Mein Sohn zeigte mir, wie ich am Computer chatten kann. So hatte ich immer Kontakt zur Außenwelt. Auf diesem Weg habe ich auch meinen Lebensgefährten kennengelernt.

Durch den Schlaganfall habe ich eine sogenannte Fußheberschwäche und eine Spastik in der linken Hand. Gegen die Spastik mache ich regelmäßig eine Spiegeltherapie. Dafür setzte ich mich seitlich vor einen Spiegel und bewege die gesunde rechte Hand. Während ich diese bewege, denkt sich mein Gehirn die linke Hand und aktiviert diese.

Dem Schicksalsschlag zum Trotz: Sie meistern die Hürden und genießen Ihr Leben! Welchen Rat können Sie anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Ich glaube es hilft, wenn man nicht immer nur daran denkt, worauf man verzichten muss. Ich rate allen Betroffenen, Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Ich engagiere mich außerdem in der Selbsthilfegruppe Attacke in Wuppertal, weil mir der Austausch mit anderen Betroffenen hilft.

Vielen Dank, liebe Frau C., dass Sie auf „Dem roten Sofa“ Platz genommen und Ihre Geschichte mit uns geteilt haben!