Der Ernstfall: Schlaganfall-Symptome erkennen und richtig handeln!

Der Ernstfall: Schlaganfall-Symptome erkennen und richtig handeln!

In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – damit gilt er als Volkskrankheit. Obwohl der Schlaganfall so häufig vorkommt, erkennen viele Menschen die Anzeichen und Symptome nicht oder deuten diese schlichtweg falsch.

Was im Ernstfall zu tun ist, ist vielen nicht bewusst. Doch beim Schlaganfall zählt jede Sekunde – denn Zeit ist Hirn. Die Gefahr in Folge eines Schlaganfalls schwere Behinderungen davon zu tragen oder gar zu sterben ist hoch. Deswegen gilt: Je schneller im Notfall reagiert wird, umso geringer ist das Risiko (schwere) Folgeschäden zu erleiden.

Der Ernstfall – Schlaganfall-Symptome erkennen

Häufig treten die Symptome bei Schlaganfall-Patienten sehr plötzlich auf. Klassische Anzeichen für einen Schlaganfall sind:

  • Halbseitige Lähmungen (hängender Mundwinkel, Arm, Bein oder komplette Körperseite)
  • Seh- und Sprachstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • starke Kopfschmerzen
  • Gesichtsfeldausfälle bis hin zur kompletten Erblindung

Unabhängig vom Alter der betroffenen Person ist die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls beim Auftreten der genannten Symptome hoch. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass nur ältere Menschen vom Schlaganfall betroffen sind, ist es auch durchaus möglich, dass jüngere Personen einen Schlaganfall erleiden. Es ist wichtig auch hier die Anzeichen zu erkennen und rechtzeitig zu handeln.

FAST-Test: Schlaganfall erkennen und richtig handeln

Der FAST-Test kann Ihnen innerhalb weniger Sekunden dabei helfen den Schlaganfall im Ernstfall zu erkennen. FAST steht dabei für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit):

Face (Gesicht)

Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln! Hängt ein Mundwinkel herab? – Das ist ein typisches Anzeichen für einen Schlaganfall.

Arms (Arme)

Bitten Sie den Betroffenen beide Arme gleichmäßig anzuheben. Hat er Probleme, diese Aufgabe auszuführen? Ist zum Beispiel ein Arm gelähmt?

Speech (Sprache)

Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen (zum Beispiel: „Heute scheint die Sonne.“). Kann er diesen deutlich sprechen?

Time (Zeit)

Trifft eines der Symptome zu? Dann wählen Sie sofort 112! Jede Sekunde zählt und auch im Verdachts- oder Zweifelsfall gilt: Sofort den Notruf wählen!

Grafiken © Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Wichtig: Sollten Sie selbst diese Symptome bei sich feststellen, fahren Sie in keinem Falle eigenständig zum Hausarzt, sondern rufen Sie sofort einen Notarzt. Eine schnelle medizinische Erstversorgung und ein sicherer Transport zum Krankenhaus können nur so gewährleistet werden.

Richtig handeln beim Schlaganfall

Bis zum Eintreffen des Rettungswagens, sollten Sie für sauerstoffreiche Luft sorgen, öffnen Sie das Fenster! Der Betroffene sollte halb sitzend, halb liegend auf den Notarzt warten!

Fragen Sie den Betroffenen, welche Symptome er hat, damit Sie diese wichtigen Informationen später an den Notarzt weiter geben können, wenn er unter Umständen nicht mehr ansprechbar ist.

Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Ist der Betroffene noch ansprechbar, versucht er häufig, seinem Angehörigen auszureden, den Rettungswagen zu rufen – man könnte ja „umsonst so einen Aufwand betreiben“. Lassen Sie sich davon nicht beirren!

Denn je schneller der Patient im Krankenhaus ärztlich versorgt werden kann, desto weniger Schaden entsteht im Gehirn. Trotz ärztlicher Behandlung sterben etwa 20 Prozent der Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, binnen eines Monats. Ein Schlaganfall bedeutet also immer akute Lebensgefahr und macht schnelles Handeln unabdingbar.

Stroke Unit – die richtige Behandlung des Schlaganfalls

Physiotherapie nach dem Schlaganfall

In spezialisierten Kliniken kann das Gerinnsel, das das Blutgefäß verstopft, innerhalb der ersten drei bis 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall medikamentös aufgelöst werden. Die Abteilung in einer Klinik, in der Schlaganfallpatienten behandelt werden, wird als Stroke Unit bezeichnet.

Viele Betroffene, die einen Schlaganfall überlebt haben, müssen mit dauerhaften Einschränkungen leben. Deshalb sind Rehabilitationsmaßnahmen besonders wichtig. Je nach dem, welche Areale im Gehirn beschädigt wurden, werden unterschiedliche Maßnahmen notwendig, um dem Patienten zu helfen.

Dazu gehören:

  • Logopädie (bei Sprachschwierigkeiten)
  • Physiotherapie (bei körperlicher Beeinträchtigung)
  • Ergotherapie (Wiedererlernen von Tätigkeiten wie Schreiben, Essen oder sich anziehen)

Immerhin kann fast die Hälfte der Betroffenen nach einem Jahr wieder ohne fremde Hilfe im Alltag zurechtkommen.