Vorhofflimmern
Erstellt am 26.10.2018

Behandlung von Hochrisikopatienten einfacher mit NOAKs

Je höher das Lebensalter und je mehr Vorerkrankungen zusätzlich bei Vorhofflimmern, desto höher das Schlaganfallrisiko.

Viele Vorhofflimmer-Patienten weisen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und/oder Herzschwäche auf. Ein hohes Lebensalter erhöht zusätzlich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. So ereignen sich über 50 Prozent aller Schlaganfälle in der Altersgruppe der über 75-Jährigen.1 Mediziner sprechen von einem Hochrisikopatienten, wenn sich viele Risikofaktoren für einen Schlaganfall auf einen Patienten vereinen.

Vorhofflimmern – oft mit Vorerkrankungen vergesellschaftet

Für Ärzte ist es nicht immer leicht, für diese Gruppe von Patienten das passende Medikament zur Blutgerinnungshemmung auszuwählen. Die Mediziner müssen einerseits die verschiedenen Vorerkrankungen als auch die verschiedenen Medikamente berücksichtigen, wollen sie doch ungünstige Wechselwirkungen vermeiden. Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler hat nun retrospektiv die Behandlung von Patienten mit erhöhtem Risiko, aufgrund von Begleiterkrankungen und fortgeschrittenem Alter, untersucht.2

Erleichterung bei eingeschränkter Mobilität

Alltägliche Wege sind bei eingeschränkter Mobilität eine große Herausforderung.

Die Studie gibt Hinweise darauf, dass moderne Blutgerinnungshemmer – sogenannte „NOAKs“ (nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulantien), synonym auch als „DOAKs“ bezeichnet (direkte orale Antikoagulantien) – speziell bei diesem Patientenklientel genauso gut wirken können wie die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten.2 Letztere haben allerdings gerade für betagte Patienten deutliche Nachteile: Regelmäßig müssen sie sich Blutkontrollen beim Arzt unterziehen. Denn der Gerinnungshemmer auf Vitamin-K-Antagonisten-Basis geht Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln ein. Daher sind häufige Kontrollen notwendig und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis. Gerade für Menschen mit Vorerkrankungen und einem höheren Lebensalter sind diese Wege zum Arzt nicht immer leicht. Solche engmaschigen Kontrollen entfallen bei den modernen Medikamenten, den NOAKs, bei gleicher Wirksamkeit. Gerade bei eingeschränkter Mobilität der älteren Patienten eine enorme Erleichterung.


1 www.schlaganfall-hilfe.de (https://schlaganfall-hilfe/vorsorge; letzter Zugriff 11.10.2018)

2 Mentias A et al.: „Assessment of Outcomes of Treatment With Oral Anticoagulants in Patients With    Atrial Fibrillation and Multiple Chronic Conditions: A Comparative Effectiveness Analysis.“ JAMA Network Open 28.09.2018; 1(5): e182870

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