Vorhofflimmern
Erstellt am 27.03.2017

Bleiben Sie am Ball bei Vorhofflimmern – Therapietreue leicht gemacht

Vorhofflimmern betrifft etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland und gilt als die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung.1 Vorhofflimmern an sich ist nicht unbedingt lebensgefährlich. Wird die Herzrhythmusstörung jedoch nicht behandelt, kann der Schlaganfall eine gefährliche Folge sein: Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle sind darauf zurückzuführen.2 Um das Schlaganfallrisiko zu senken, werden bei nicht valvulärem Vorhofflimmern* blutverdünnende Medikamente eingesetzt. Sie bieten guten Schutz vor einem Schlaganfall – wenn sie regelmäßig eingenommen werden!

Theoretisch erscheint die Medikamenteneinnahme ganz einfach: Ein Patient leidet an nicht valvulärem Vorhofflimmern* und muss zur Schlaganfallprävention ein- oder zweimal täglich ein gerinnungshemmendes Medikament einnehmen. Wie eine Studie jedoch zeigte, fällt die Therapietreue in der Praxis oftmals schwer: Bis zu 58 Prozent der zu behandelnden Patienten mit Vorhofflimmern nehmen ihre Medikamente unregelmäßig ein. 3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,18

Vor diesem Hintergrund ging PD Dr. Friedhelm Späh, HELIOS Klinikum Krefeld, auf der Pressekonferenz** von „Rote Karte dem Schlaganfall“ der Frage nach: Ist Therapietreue erlernbar? Er bediente sich dabei des Konzepts der klassischen Konditionierung nach Pawlow. Hierbei wird ein Ton (Reiz) mit der Futtergabe so kombiniert, dass jedes Mal, wenn der Ton erklingt, bei dem Hund der Speichelfluss einsetzt – auch, wenn das Tier kein Futter erhält.

Um herauszufinden, mit welchen Reizen Menschen in der Altersklasse 60+ täglich konfrontiert werden, ließ Bayer eine FORSA-Umfrage durchführen. Gefragt wurde, ob und was jeden Morgen getrunken wird. Die Umfrage zeigte, dass 75 Prozent der befragten Männer und Frauen jeden Morgen Kaffee trinken, weitere 20 Prozent bevorzugen Tee. Auf Grundlage dieser Ergebnisse ermutigte PD Dr. Späh Betroffene dazu, die Tabletteneinnahme mit dem morgendlichen Getränk zu verknüpfen. Dafür ist Übung gefragt: Die Verknüpfung zwischen frischem Kaffee- oder Teegeruch und der Medikamenteneinnahme muss einige Male trainiert werden. Sie werden sehen: Ist der Prozess einmal erlernt, wird es Ihnen leichter fallen, Ihre Tabletten nicht zu vergessen!

Weitere Informationen und Tipps rund um die Therapietreue bietet die Broschüre „Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern – Mit der Erkrankung leben“. Sie kann kostenfrei bestellt werden:

Per E-Mail: infomaterial@rote-karte-dem-schlaganfall.de
Per Post: Rote Karte dem Schlaganfall/ Bayer
Postfach 10 03 61
47703 Krefeld

* Nicht valvuläres Vorhofflimmern ist ein Vorhofflimmern, das nicht auf eine Fehlfunktion der Herzklappen zurückzuführen ist.

** Pressekonferenz „Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern mit ‚Rote Karte dem Schlaganfall’ – die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne startet ins sechste Jahr“, 8. März 2017, Leverkusen


1 Kompetenznetz Vorhofflimmern: http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/de/vorhofflimmern/patienteninformation-vorhofflimmern/volkskrankheit-vorhofflimmern (letzter Zugriff: 17.3.2017)
2 Camm AJ et al. 2012 focused update of the ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation. Eur Heart J 2012; 33: 2719–2747
3 Kneeland PP et al. Current issues in patient adherence and persistence: focus on anticoagulants for the treatment and prevention of thromboembolism. Patient Prefer Adherence2010; 4: 51–60.
4 Kimmel SE et al. The influence of patient adherence on anticoagulation control with warfarin: results from the International Normalized Ratio Adherence and Genetics (IN-RANGE) study. Arch Intern Med 2007; 167: 229–35.
5 Avila CW et al. Pharmacological adherence to oral anticoagulant and factors that influence the International Normalized Ratio Stability. Rev Lat Am Enfermagem 2011; 19: 18–25.
6 van der Meer FJ et al. The role of compliance as a cause of instability in oral anticoagulant therapy. Br J Haematol 1997; 98: 893–900.
7 Parker CS et al. Adherence to warfarin assessed by electronic pill caps, clinician assessment and patient reports: results from the IN-RANGE study. J Gen Intern Med 2007; 22: 1254–59.
8 Laporte S et al. Compliance and stability of INR of two oral anticoagulants with different half-lives: a randomised trial. Thromb Haemost 2003; 89: 458–67.
9 LaVitola Pde L et al. Warfarin or aspirin in embolism prevention in patients with mitral valvulopathy and atrial fibrillation. Arq Bras Cardiol 2010; 95: 749–55.10 Orensky IA et al. Predictors of noncompliance with warfarin therapy in an outpatient anticoagulation clinic. Pharmacotherapy2005; 25: 1801–8.
11 Connolly SJ et al. the RE-LY Steering Committee and Investigators. Dabigatran versus Warfarin in patients with Atrial Fibrillation. N Engl J Med2009; 361: 1139–51.
12 Patel MR et al. ROCKET AF investigators. Rivaroxaban versus warfarin in nonvalvular atrial fibrillation. N Engl J Med2011; 365: 883–891.
13 Olsson SB; Executive Steering Committee of the SPORTIF III investigators. Stroke prevention with the oral direct thrombin inhibitor ximelagatran compared with warfarin in patients with non-valvular atrial fibrillation (SPORTIF III): randomised controlled trial. Lancet 2003; 362: 1691–98.
14 Albers GW, et al. SPORTIF executive steering committee for the SPORTIF V investigators. Ximelagatran vs warfarin for stroke prevention in patients with nonvalvular atrial fibrillation: a randomized trial. JAMA2005; 293: 690–8.
15 Granger CB et al. ARISTOTLE Committees and Investigators. Apixaban versus warfarin in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med 2011; 365: 981–92.
16 Bauersachs R et al. Oral rivaroxaban for symptomatic venous thromboembolism. N Engl J Med 2010; 363: 2499–510.
17 Büller HR et al. Oral Rivaroxaban for the treatment of symptomatic Pulmonary Embolism. N Engl J Med 2012; 366: 1287–97.
18 Schulman S, Kearon C, Kakkar AK, Mismetti P, Schellong S, Eriksson H, Baanstra D, Schnee J, Goldhaber SZ; RE-COVER study group. Dabigatran versus warfarin in the treatment of acute venous thromboembolism. N Engl J Med 2009; 361: 2342–52.

L.DE.COM.GM.03.2017.3728

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