ALLGEMEIN
Erstellt am 16.05.2017

Der Schlaganfall bei Frauen und Männern – was die Geschlechter unterscheidet

In Deutschland erleiden im Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – 55 Prozent davon sind Frauen.1  Dies liegt nicht nur daran, dass Frauen älter werden, sondern auch, dass sich die Risikofaktoren für einen Schlaganfall bei Frauen und Männern unterscheiden. Zwar gibt es einen Großteil von Schlaganfallrisiken, die nicht mit dem Geschlecht zusammenhängen – eine Studie der Universität Utrecht konnte jedoch aufzeigen, dass auch geschlechtsspezifische Risiko- und Schutzfaktoren Einfluss darauf haben können, einen Schlaganfall zu erleiden.2

Bei Männern mit einer Potenzschwäche erhöht sich beispielsweise das Schlaganfallrisiko im Vergleich zu potenten Männern um 35 Prozent, während Testosteron und andere männliche Geschlechtshormone laut der Studie das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, senken können.2 Die Neurologen hielten außerdem fest, dass Frauen, die in der Schwangerschaft unter Bluthochdruck leiden, einer erhöhten Schlaganfallgefahr ausgesetzt sind. Auch eine späte Menopause gelte als frauenspezifisches Schlaganfallrisiko – eine frühere Menopause vor dem 50. Lebensjahr reduziere hingegen tendenziell die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden.2

Doch es sind nicht nur Risiko- beziehungsweise Schutzfaktoren, die sich geschlechtsspezifisch unterscheiden – auch bei der Symptomatik und dem Verhalten während eines Schlaganfalls konnten Unterschiede zwischen Frauen und Männern festgestellt werden. So haben Ärzte beispielsweise beobachtet, dass Frauen im Falle eines Schlaganfalls später zur Behandlung in eine Klinik kommen als Männer.1 Das kann zweierlei Gründe haben: Frauen zieren sich eher einen Arzt zu konsultieren oder sie empfinden den Schlaganfall schlichtweg anders als Männer. Dafür spricht, dass Frauen seltener klassische Symptome wie zum Beispiel Gliederschmerzen oder Schluckbeschwerden nennen.1

Eines gilt für beide Geschlechter gleichermaßen: Jede Sekunde zählt! Je eher der Schlaganfall behandelt werden kann, desto höher ist die Chance die Auswirkungen möglichst gering zu halten und die Lebensqualität des Betroffenen zu sichern.

Weitere Informationen zum Versorgungsnetz rund um Schlaganfallprävention, Akutbehandlung und Rehabilitation bietet die Broschüre „Gute Versorgung? – Das Team macht den Erfolg“. Sie kann kostenfrei bestellt werden:

Per E-Mail: infomaterial@rote-karte-dem-schlaganfall.de
Per Post: Rote Karte dem Schlaganfall
Postfach 10 03 61,
47703 Krefeld

 

1 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
2 Ärzte-Zeitung: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/schlaganfall/article/930836/epidemiologie-frauen-maenner-schlaganfall-unterscheidet.html (letzter Zugriff: 04.05.2017)

L.DE.COM.GM.05.2017.3875

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