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Erstellt am 24.02.2017

Drei Mythen rund um Schlaganfall und Vorhofflimmern

1. Die Anwendung moderner oraler Antikoagulantien zur Schlaganfallprävention bei nicht valvulärem Vorhofflimmern ist schwer in den Alltag zu integrieren.

Tatsächlich erleichtern moderne orale Gerinnungshemmer den Alltag vieler Betroffener. Da sie einen vorhersehbaren Einfluss auf die Blutgerinnung haben, entfällt ein regelmäßiges Gerinnungsmonitoring. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind selten, auch wird ihre Wirkung nicht durch bestimmte Lebensmittel beeinflusst. Das ermöglicht Patienten eine leichte Handhabung und ein hohes Maß an Lebensqualität.1 Um die Einnahme nicht zu vergessen, ist es hilfreich, eine Gedankenstütze zu schaffen: Nutzen Sie alltägliche Routinen und verbinden Sie diese mit Ihrer Tabletteneinnahme, also beispielsweise mit Ihrem Frühstück.

2. Wenn schlaganfallähnliche Symptome auftreten, dann aber wieder verschwinden, muss kein Arzt aufgesucht werden.

Schlaganfallähnliche Symptome wie kurzzeitige Lähmungen oder Schwindel können in Folge von vorübergehenden Durchblutungsstörungen auftreten. Diese werden in der Fachsprache als transitorische ischämische Attacken (TIA) bezeichnet. Da sie sich nach wenigen Minuten auflösen und die Symptome wieder verschwinden, stufen Betroffene sie oft nicht als gefährlich ein. Mit mehreren TIAs geht jedoch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko einher. Aus diesem Grund sollten Betroffene in jedem Fall ihren Arzt aufsuchen.2

3. Nach einem Schlaganfall sind Betroffene zwangsläufig dauerhaft auf Pflege angewiesen.

In Deutschland sind Schlaganfälle in der Tat die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto größer ist die Chance auf eine Regeneration. Wichtig ist deshalb, dass schnellstmöglich und idealerweise in einer darauf spezialisierten Klinik (Stroke Unit) eine Therapie erfolgt.3


1 Kip et al., Weißbuch „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern“, Thieme Verlag, 2015
2 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
3 Internisten im Netz: http://www.internisten-im-netz.de/de_prognose-und-verlauf-schlaganfall_301.html (letzter Zugriff: 13.02.2017)

L.DE.COM.GM.02.2017.3637

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