Vorhofflimmern
Erstellt am 27.09.2018

Rauchen erhöht das Risiko für Vorhofflimmern

Rauchen ist eine Suchtkrankheit mit gravierenden Folgen. Derjenige, der lebenslang raucht, stirbt mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit daran.1 Viele Erkrankungen stehen mit dem Rauchen in Zusammenhang. So erhöht Rauchen auch das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken. Allerdings sind Daten aus medizinischen Studien dazu nicht eindeutig. Einige konnten einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Entwicklung von Vorhofflimmern zeigen, andere nicht.

Rauchen und Vorhofflimmern – linearer Zusammenhang jetzt erkannt

Ärzte können ihre Patienten bei der Rauchentwöhnung unterstützen.

Nur wenige Studien haben sich bisher mit der Frage beschäftigt, ob es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt zwischen der Menge der gerauchten Zigaretten und dem Risiko, ein Vorhofflimmern zu entwickeln. Londoner Forscher wollten dieser Frage auf den Grund gehen. Sie werteten 29 Untersuchungen aus Europa, Nordamerika, Australien und Japan seit Juli 2017 aus.

Heraus kam ein linearer Zusammenhang: Je mehr Zigaretten pro Tag geraucht werden, desto höher das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken. Dieser Zusammenhang gilt eindeutig für Menschen, die derzeit rauchen. Weniger ausgeprägt ist der Zusammenhang bei Menschen, die bereits mit dem Rauchen aufgehört haben.2

Das Rauchen aufgeben nützt immer

Mediziner drücken den Zigarettenkonsum eines Patienten in sogenannten Packungsjahren aus. Das bedeutet, die Anzahl der pro Tag gerauchten Zigaretten multipliziert mit den Jahren, die der Patient bereits raucht. Sie gehen immer von 20 Zigaretten pro Packung aus. Zehn Packungsjahre ergeben sich zum Beispiel, wenn jemand 10 Jahre lang eine Packung am Tag raucht.

Ein um 16 Prozent höheres Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, traf auf Patienten zu, die zehn Packungsjahre geraucht hatten – rückwirkend betrachtet. Die gute Nachricht: Das Risiko reduziert sich wesentlich, wenn das Rauchen aufgegeben wird.2 Noch nicht geklärt ist die Frage, wie lange man mit dem Rauchen aufgehört haben muss, bis das Risiko sinkt, an Vorhofflimmern zu erkranken und nach wieviel Jahren es das Niveau von Nicht-Rauchern erreicht hat.

Noch mehr Zahlen und Fakten über die Erkrankung Vorhofflimmern erfahren Sie in der Broschüre „Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern – Mit der Erkrankung leben“. Sie enthält ebenso Informationen über den Umgang mit Genussmitteln wie Zigaretten, Alkohol oder Kaffee.

Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden unter:

Per E-Mail: info@rote-karte-dem-schlaganfall.de
Per Post: Rote Karte dem Schlaganfall/ Bayer   
Postfach 10 03 61
47703 Krefeld


1 The-more-you-smoke-the-greater-your-risk-of-a-heart-rhythm-disorder“, ESC Press Office, Press release, 12.07.2018

2 Aune D, Schlesinger S, Norat T, Riboli E. Tobacco smoking and the risk of atrial fibrillation: A systematic review and meta-analysis of prospective studies. European Journal of Preventive Cardiology, 2018. DOI: 10.1177/2047487318780435.

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