Telefonaktion
Erstellt am 19.10.2017

Telefonaktion von „Rote Karte dem Schlaganfall“: Ihre Fragen und Antworten

Im Rahmen der Telefonaktionen von „Rote Karte dem Schlaganfall“ können Betroffene, Angehörige und Interessierte unseren Experten Fragen rund um das Thema Schlaganfall stellen. Folgende Fragen und Antworten könnten auch für Sie hilfreich sein.

1. Mann, 38 Jahre: In letzter Zeit habe ich nach körperlicher Anstrengung häufig Herzrasen. Könnte dies Vorhofflimmern sein? Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Ein erstes Indiz erhalten Sie, indem Sie mit Ihrem Finger den Puls fühlen und überprüfen, ob dieser regelmäßig schlägt. Stellen Sie einen unregelmäßigen Puls fest, sollten Sie ein Belastungs-EKG und ein 24-Stunden-EKG bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen durchführen. Hierbei registriert das EKG Herzrhythmusstörungen nach sportlicher oder körperlicher Anstrengung, die Sie im Alltag integrieren, sodass Rückschlüsse auf belastungsinduziertes Vorhofflimmern erlaubt sind.

2. Frau, 41 Jahre: Wird ein Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel oder eine Blutung ausgelöst?

Ein Hirninfarkt kann durch eine verstopfte Aterie ausgelöst werden

Beides ist möglich. Ursache ist entweder ein Hirninfarkt, der durch eine verstopfte Arterie ausgelöst wird, oder eine Hirnblutung, die durch eine geplatzte Arterie verursacht wird. Grund dafür ist häufig ein Bluthochdruck oder seltener eine krankhafte Gefäßaussackung, ein Aneurysma. Wichtig ist, dass der Patient nach einem Schlaganfall schnellstens in ein Krankenhaus mit Stroke Unit gebracht wird. Verstopfte Arterien können durch eine Lyse (Verabreichung eines Lösungsmittels) und oft gleichzeitig durch eine Thrombektomie (mechanische Entfernung des Gerinnsels durch einen Katheter von der Leiste bis ins Gehirn) wiedereröffnet werden. Blutungen im Gehirn werden ggf. operativ ausgeräumt.

3. Mann, 79 Jahre: Ich habe Vorhofflimmern und nehme dagegen Gerinnungshemmer ein. Mir geht es gut und ich würde die Tabletten gerne Schritt für Schritt eigenmächtig absetzen. Ist das unbedenklich?

Nein! Generell gilt: Eine Änderung oder gar ein Absetzen der Medikamenteneinnahme muss immer in Absprache mit dem Arzt passieren. In Ihrem Alter und mit der Vorerkrankung Vorhofflimmern haben Sie ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, das durch die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente deutlich gesenkt werden kann. Sollten Sie das Medikament nicht vertragen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Alternativen.

EKG-Diagnostik kann klären ob Pulsfrequenz erhöht ist

4. Frau: Ich bin 76 Jahre alt und habe seit zwei Jahren Vorhofflimmern, das zwischenzeitlich mit Medikamenten behandelt wurde. Nun habe ich starken Harndrang. Kann das mit dem Vorhofflimmern zusammenhängen?

Ja, insbesondere wenn die Pulsfrequenz deutlich erhöht ist. Dies gilt es über eine EKG-Diagnostik zu klären. Letztlich empfehle ich eine kardiologische Diagnostik, die auch eine Echokardiographie (Herzultraschall) beinhalten sollte.

Die hausärztliche Vorstellung sollte definitiv auch erfolgen. Vielleicht ist auch einfach ein Harnwegsinfekt Ursache des erhöhten Harndrangs.

RELATED NEWS