Schlaganfall
Erstellt am 20.08.2018

Telefonaktion von „Rote Karte dem Schlaganfall“: Ihre Fragen und Antworten

Moderne Blutdruckmessgeräte können den Puls genau erfassen und auch Unregelmäßigkeiten feststellen.

Im Rahmen der Telefonaktionen von „Rote Karte dem Schlaganfall“ können Betroffene, Angehörige und Interessierte unseren Experten Fragen rund um das Thema Schlaganfall stellen. Folgende Fragen und Antworten könnten auch für Sie hilfreich sein.

1. Frau, 57 Jahre: Die meisten Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern ausgelöst. Kann man Vorhofflimmern einfach bei sich selbst feststellen?

in, einen ganz einfachen Selbsttest der fehlerfrei ist, gibt es nicht. Die beste Möglichkeit ist ein Elektrokardiogramm (EKG) beim Kardiologen. Allerdings gibt es mittlerweile Blutdruckmessgeräte, die auch den Puls genau erfassen und Unregelmäßigkeiten feststellen können.

Man kann Anzeichen zum Teil bei sich selbst erkennen. Wenn der Puls Unregelmäßigkeiten aufzeigt, ähnlich wie Morsezeichen, dann kann das ein Indiz dafür sein, dass Vorhofflimmern vorliegt.

2. Mann, 68 Jahre: Seit 2015 leide ich an Herzrhythmusstörungen und nehme auch Medikamente zur Gerinnungshemmung ein. Im Langzeit-EKG wird momentan kein Vorhofflimmern angezeigt, ich leide dennoch an einer gewissen Unruhe und werde nachts davon wach. Kann es sein, dass ich dauerhaft an Vorhofflimmern erkranke und einen Schlaganfall erleide?

Generell kann man sagen, dass Extraschläge des Herzens Vorboten für ein Vorhofflimmern sein können. Vorhofflimmern ist aber keine Erkrankung, die die Lebensprognose drastisch verringert. Wenn Sie Gerinnungshemmer als Schutz vor einem Schlaganfall bereits einnehmen, sind Sie gut eingestellt, um einen Schlaganfall zu verhindern. Wichtig ist aber: Wenn Sie sich beeinträchtigt fühlen, lassen Sie die Symptomatik regelmäßig und engmaschig mit einem EKG und auch einem Langzeit-EKG kontrollieren.

3. Frau, 88 Jahre: Ich habe Vorhofflimmern und bekomme auch Medikamente, mit denen ich gut klarkomme. Jetzt soll ich darauf achten, nicht zu viel grünes Gemüse zu essen. Warum?

Es gibt einzelne Gemüsesorten, die vermehrt Vitamin K enthalten, ganz besonders Kohl zum Beispiel. Das Vitamin K kann dazu führen, dass der INR-Wert trotz medikamentösem Gerinnungshemmer nicht gut eingestellt ist beziehungsweise schwanken kann. Letztendlich sollte aber versucht werden, die Gerinnungshemmung an die Ernährung anzupassen und nicht umgekehrt. Ich kann Ihnen den Tipp geben: Versuchen Sie selber herauszufinden, auf welches Gemüse Sie wie reagieren.

4. Frau, 81 Jahre: Seit 2013 bin ich an Vorhofflimmern erkrankt. Momentan bekomme ich Medikamente für mein Herz, das Vorhofflimmern ist aber immer noch dauerhaft da. Was kann ich tun? Wäre ein Herzschrittmacher eine Option?

Vorhofflimmern ist eine Erkrankung, die vor allem bei älteren Menschen auftreten kann. Bei manchen Patienten führt das zu einer klaren Symptomatik: Sie merken das Vorhofflimmern. In Abhängigkeit der Symptomatik sollten Sie mit Ihrem Arzt die weitere Therapie besprechen. Herzschrittmacher kommen bei Rhythmusstörungen zum Einsatz, die durch einen langsamen Herzschlag oder ein komplettes Aussetzen des Herzschlages gekennzeichnet sind.

RELATED NEWS