Telefonaktion
Erstellt am 19.11.2018

Viele Anrufer bei großer Telefonaktion von Rote Karte dem Schlaganfall

Anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober 2018 initiierte die Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ eine große Telefonaktion in Kooperation mit sechs beliebten Zeitschriften. Die beiden Kardiologen Professor Dr. Daniel Dürschmied und Dr. med. Friedhelm Späh standen interessierten Anrufern drei Stunden lang für Fragen zur Verfügung. Die Telefone der beiden Ärzte standen nicht still.

Prof. Dr. Daniel Dürschmied, Oberarzt am Universitäts-Herzzentrum Freiburg.

Dr. med. Friedhelm Späh, Internist und Kardiologe, Herz-Kreislauf-Forschung Krefeld.

Eine Auswahl der interessantesten Fragen und Antworten

Anrufer: Ich hatte einen Schlaganfall und nehme seitdem einen Blutverdünner. Ich habe keine Lähmung, kann sprechen und denken. Aber ich kann mir gar nichts mehr merken. Hat das etwas mit dem Schlaganfall zu tun?

Prof. Dürschmied: Ich verstehe Ihr Problem. Gehen Sie damit zu einem Neurologen. Es könnte sich um eine entwickelnde Demenz handeln, angestoßen durch den Schlaganfall. Er kann dann eine Therapie empfehlen oder Sie an einen Facharzt für Geriatrie weiterleiten.

Anruferin: Wie erkenne ich einen Schlaganfall und was muss ich im Notfall tun?

Dr. Späh: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte der FAST-Test durchgeführt werden. Die Abkürzung steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit):

  1. Face: Die Person bitten, zu lächeln/ den Mund zu spitzen.
  2. Arms: Die Person bitten, die Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen dabei nach oben zu drehen.
  3. Speech: Die Person einen einfachen Satz nachsprechen lassen – z.B.: Das Wetter ist schön.
  4. Time: Gab es Probleme bei der Ausführung der Aufgaben? Hing zum Beispiel ein Mundwinkel nach unten? Dann zögern Sie nicht und rufen Sie den Krankenwagen (112)!
Mit einer modernen Pulsuhr kann der Puls kontrolliert werden.

Anrufer: Mein Vater hatte eine TIA. Was ist das und wie kann er sich vor einem Schlaganfall schützen?

Prof. Dürschmied: Das ist eine transitorisch ischämische Attacke (TIA) oder auch ein kleiner Schlaganfall. Aber: Jeder Schlaganfall muss sehr ernst genommen werden! Bei einer TIA gibt es eine kurzfristige Durchblutungsstörung ohne bleibende Schäden. Das Risiko für einen Schlaganfall ist daraufhin erhöht. Wenn ihr Vater eine moderne Pulsuhr hat, kann er damit erkennen, ob der Puls regelmäßig schlägt. Er sollte Extrembelastungen vermeiden und regelmäßig zum Kardiologen gehen.

Anruferin: Ich bin 79 und bei mir wurde vor vier Jahren Vorhofflimmern festgestellt. Ich sollte zunächst keine Medikamente dagegen einnehmen. Dieses Jahr trat das Vorhofflimmern wieder auf. Am dritten Tag war es so schlimm, dass ich ins Krankenhaus musste. Ich nehme Blutverdünner ein. Was kann ich gegen das Vorhofflimmern tun?

Dr. Späh: Der Blutverdünner schützt Sie vor Gerinnseln und vor Thrombose. Je älter man wird, desto stärker kann man Vorhofflimmern spüren. Besonders der Jahreswechsel vom Sommer zum Winter verstärkt dies. Sie müssen zusätzlich die Salze in Ihrem Körper steuern. Hierfür können Sie ein Magnesium-Präparat einnehmen. Es ist aber auch möglich, Vorhofflimmern in Ihrem Alter „wegzubrennen“, durch den direkten Gang ans Herz. Auch bei älteren Patienten kann dieser Eingriff ein großer Erfolg sein.

Anruferin: Ich bin 82 Jahre alt und meine Hauptschlagader ist zu 80 Prozent zugesetzt. Mir wurde bereits eine OP vorgeschlagen, hiervor habe ich jedoch Angst. Was kann ich tun, um meine Beschwerden im Zaum zu halten?

Arteriosklerotisch verengtes Blutgefäß

Dr. Späh: Der Mensch hat sechs Halsschlagadern. Das heißt, eine Ihrer 6 Halsschlagadern ist krank. Sie sollten auf Ihren Blutdruck achten. Er darf nicht zu niedrig sein. Sie müssen Salze zu sich nehmen, damit die Werte stabil bleiben. Kaffee ist erlaubt, denn er stabilisiert. Passen Sie bitte auf, wenn Sie die Position ändern. Sie dürfen nicht ruckartig aufstehen und sollten alles in Ruhe machen. Neuerdings wird empfohlen ASS mit einem zweiten Blutverdünner zu kombinieren, damit solche Engstellen wie Ihre Halsschlagader nicht gefährlich werden. Tragen Sie leichtere Stützstrümpfe oder legen Sie ihre Füße hoch.

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