Schlaganfallvorbeugung - mit einem gesunden Lebensstil der Erkrankung vorbeugen

Schlaganfallvorbeugung mit gesundem Lebensstil

Ein Schlaganfall kann schwerwiegende Folgen sowohl für den Patienten als auch für dessen Angehörige haben. Oft gerät das ganze Leben aus dem gewohnten Takt: Es kann passieren, dass ein Betroffener oder auch die pflegenden Angehörigen ihren Beruf gar nicht mehr oder nicht mehr in vollem Umfang nachgehen können. Viele Schlaganfallpatienten müssen nicht nur lernen, plötzlich mit einer Behinderung umzugehen, sondern auch damit, von ihrer Umwelt anders wahrgenommen zu werden.

Aus diesem Grund ist es auch nie zu früh, mit der Vorbeugung zu beginnen: Vor allem ein gesunder Lebensstil mit moderater Bewegung und ausgewogener Ernährung kann bei der Schlaganfall-Prävention hilfreich sein. Bei Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sind darüber hinaus blutgerinnungshemmende Medikamente von Vorteil.

Gesund leben – mit (herz-)gesunder Ernährung

Die Hauptbestandteile einer gesunden Ernährung stellen Obst und Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte und ein gutes Öl (zum Beispiel Oliven-, Nuss- oder Rapsöl) sowie viel Fisch und wenig Fleisch dar. Die sogenannte Mittelmeerküche vereint das alles in sich. Deshalb gilt sie bereits seit Jahrzehnten als besonders gesund.

Aus gutem Grund: Eine Studie, die mit gesunden Menschen durchgeführt wurde, zeigt, dass die Bewohner der Mittelmeerländer eine höhere Lebenserwartung und eine wesentlich geringere Neigung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Ein Forscherteam ging nun der Frage nach, wie sich die mediterrane Kost auf Menschen mit einer bestehenden Herzerkrankung auswirkt. Das Ergebnis: Mediterrane Kost senkt bei Herzkranken die Sterblichkeit.1

Das gehört zur mediterranen Ernährung

  • Gemüse und Obst
  • Hülsenfrüchte: zum Beispiel Linsen, Bohnen und Erbsen
  • Samen und Nüsse
  • Gewürze und Kräuter
  • Raps-, Oliven- und Nussöl
  • Fisch
  • Wenig Fleisch, insbesondere wenig rotes Fleisch
  • Wenig Eier
  • Mäßiger Alkoholkonsum

Damit bietet die Mittelmeerküche Ballaststoffe, Antioxidantien, ungesättigte Fettsäuren und Pflanzenstoffe. Das heißt jedoch nicht, dass Sie vollständig auf Weißbrot und Co. verzichten müssen. Generell gilt folgendes bei der mediterranen Küche:2

Mediterrane Küche: (herz-)gesunde Ernährung

Schlaganfallvorbeugung – mit moderater Bewegung

Schlaganfallvorbeugung mit Bewegung

Bewegung ist das A und O, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Das Herz ist ein Muskel, der durch leichtes Training gestärkt werden kann. Auch eine Studie1 bestätigt: Gemäßigte körperliche Aktivität halbiert bei Menschen über 65 Jahre das Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben. Zu diesen Leiden zählen zum Beispiel Herzinfarkt und Bluthochdruck. Moderate Freizeitaktivität kann auch das Schlaganfallrisiko senken.3

Als moderate Aktivitäten werden zum Beispiel Gehen, Fahrradfahren und Gärtnern für mindestens vier Stunden in der Woche bezeichnet. Der positive Effekt, den Bewegung auf das Herz-Kreislauf-System hat, ist abhängig von der Dosis. Dabei gilt grundsätzlich: Je mehr Bewegung, desto besser. Insbesondere Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten jedoch Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, bevor sie körperlich aktiv werden.

Tipps und Tricks für einen aktiveren Alltag

  • Das Auto stehen lassen oder auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten.
  • Statt des Aufzugs oder der Rolltreppe lieber die Treppe nehmen.
  • Bewusst auch mal Umwege gehen.
  • Die Fernbedienung nicht immer auf den Tisch neben dem Fernsehsessel legen, sondern auf ein im Raum weiter entferntes Möbelstück. So muss aufgestanden werden, um diese zu erreichen.
  • Entspannung und Bewegung kombinieren. Einfach beim Hausputz die Lieblings-CD einlegen und dazu tanzen oder abends bei der Lieblingsserie noch „eine Runde“ auf dem Ergometer fahren.
  • Bewegungsziele setzen: 10.000 Schritte am Tag sind ein guter Richtwert. Ein Schrittzähler hilft beim Erfassen der täglichen Schrittzahl.
  • Beim Telefonieren durch die Wohnung laufen oder das Gespräch bei einem Spaziergang persönlich führen.
  • Bewegungspläne bieten ebenfalls eine Möglichkeit um aufzuzeigen, wo sich noch Bewegung integrieren lässt.

Schlaganfall-Prävention mit Medikamenten

Medikamente zur Schlaganfallvorbeugung

Vor allem Menschen mit Vorhofflimmern und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, einem Alter über 65 Jahren bei Frauen und über 75 Jahren bei Männern, eingeschränkter Herzpumpfunktion oder auch Patienten, bei denen bereits ein Schlaganfall in der Krankengeschichte vorgekommen ist, erhalten häufig „blutverdünnende“ (blutgerinnungshemmende) Medikamente.

So wird das Risiko einer Gerinnselbildung gesenkt.

Das ist wichtig bei blutverdünnenden Medikamenten:

  • Selbst kleine Schnitte können stärker und länger bluten als gewohnt.
  • Auch nach Stürzen, leichten Stößen etc. kann es zu stärkeren Blutergüssen kommen. 
  • Machen Sie jeden Arzt, der Sie behandelt – auch Ihren Zahnarzt – darauf aufmerksam, dass Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen.
  • Tragen Sie Ihren Medikamenten-Ausweis immer bei sich – dieser kann im Notfall eine wichtige Information sein!

Es gibt verschiedene Medikamente, die dafür sorgen, dass das Blut nicht so schnell zu einem Gerinnsel verklumpen kann. Damit reduzieren sie auch das Schlaganfallrisiko.

Vitamin-K-Antagonisten

Die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten wie die Wirkstoffe Warfarin und Phenprocoumon gibt es seit den 1950er-Jahren. Sie blockieren die Bildung der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren in der Leber und unterbrechen damit den Verlauf der Blutgerinnung. Die gerinnungshemmende Wirkung tritt etwa zwei bis drei Tage nach der Einnahme ein. Nach Absetzung des Medikaments kann es bis zu fünf Tage dauern, bis die Wirkung wieder aufgehoben ist.

Da die Vitamin-K-Antagonisten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Vitamin-K-haltigen Nahrungsmitteln eingeht, müssen betroffene Patienten regelmäßig ihre Blutwerte kontrollieren und ihre Dosierung anpassen lassen.4

NOAKs – Antikoagulantien zur Schlaganfallprävention 

Seit 2011 ist eine neue Generation an oralen Antikoagulantien (NOAKs) auf dem Markt, die zur Schlaganfallprävention bei nicht valvulärem Vorhofflimmern eingesetzt werden können. Ihr Wirkungsspektrum ist mindestens genauso effektiv wie die der Vitamin-K-Antagonisten. Zusätzlich zeichnen sie sich durch eine einfache Handhabung für Arzt und Patient aus.

Die Dosis des Medikaments muss in der Regel nicht angepasst werden, da es einen einschätzbaren Einfluss auf die Blutgerinnung ausübt. Auch die häufigen Blutabnahmen, die zur Kontrolle des Gerinnungswertes bei den Vitamin-K-Antagonisten zum Alltag gehören, entfallen bei den NOAKs. Das Medikament wirkt bereits innerhalb von zwei bis vier Stunden. Auch die Halbwertszeit der NOAKs ist geringer: So weisen sie eine Halbwertszeit von etwa einem halben Tag auf, während sie bei den Vitamin-K-Antagonisten bei mehreren Tagen liegt.4

Katheterablation – die nicht medikamentöse Behandlung

Bei der Katheterablation handelt es sich um eine nicht medikamentöse Behandlungsmethode, die vor allem bei jüngeren Menschen, die an anfallartigem Vorhofflimmern leiden, eingesetzt wird. Die Ursprungsorte des Vorhofflimmerns werden aufgesucht und mit einem speziellen Katheter verödet, sodass die Herzrhythmusstörung dauerhaft behoben werden kann.5


1 ESC 2016 Abstracts De Gaetano et al. Higher adherence to Mediterranean diet is associated with lower risk of overall mortality in subjects with cardiovascular disease: prospective results from the MOLI-SANI study.

2 „Mediterrane Küche ... eine Chance für die Zukunft“, Gerald Wüchner, 2016

3 ESC 2016 Abstracts Antikainen et al. Leisure time physical activity reduces the risk of cardiovascular death and an acute CVD event also among older adults; Nauman et al. Personal activitymindex (PAI) for promotion of physical activity an prevention of CVD

4 Kip et al., Weißbuch „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern“, Thieme Verlag, 2015

5 Kompetenznetz Vorhofflimmern: http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/de/vorhofflimmern/patienteninformation-vorhofflimmern/katheterablation (letzter Zugriff: 30.08.2017)